Es riecht so muckig – das war mein erster Gedanke, als wir damals das Haus betreten und in den Keller kamen. Also war hier Recherche angesagt. Denn in einem solchen Zustand sollte das Haus nicht bleiben. Schnell waren auch die Ursachen gefunden: Laut Nachbarn gab es da mal einen Wasserschaden im Bereich der Küche – wurde mir klar, als ich den schwarzen krümeligen Estrich in der Küche entfernt habe. Und dann war da noch die auf eine Rigipsplatte geklebte Fliesenwand, die mit dem krümeligen feuchten Rigips runterkam. Dann noch Schimmel in einer Hausecke im Keller.
Gut also, dass ich das Haus ausgraben und isolieren will. Bei der ersten Inspektion nach dem Ausgraben sah die in den Plänen ausgeführte „Dickbeschichtung auch noch recht gut aus. Bis zu dem Moment, als ich mit dem Hochdruckreiniger anrückte, um die Außenwände gründlich zu säubern. Da zeigte sich, dass die Dickbeschichtung eine dünne Bitumenschicht war, die sich bei der Bearbeitung auflöste. Und so habe ich im unteren Teil der Außenwand jetzt den freien Blick auf den Putz.
Jetzt weiß ich auch, was mit all den Häusern passiert, die ich als Schüler in den Ferien auf dem Bau mit genau dieser Schmotze angepinselt habe.
Garniert war das dann noch mit der Tatsache, dass es zwar eine Drainage gab. Aber – wie eben früher üblich mit gelbem flexiblen Rohr im Wellenschlag verlegt, also ohne Gefälle. Und nicht in Kies, sondern in einem mehr oder weniger dichten Lehm, also ohne jede Funktion. Früher war eben doch nicht alles besser.
Zeit also, es ordentlich zu machen. Getreu meinem Motto: Glück ist ein bisschen die Kunst, kein Pech zu haben. Und dafür muss man auch mal ein bisschen tiefer graben. Und so werde ich in so ca. zwei Jahren, wenn ich fertig bin, in das Haus kommen und definitiv wissen, dass ich in Bezug auf die Dichtigkeit lebenslang kein Pech haben werde. Ein beruhigendes Gefühl!