Wenn der Azubi einkauft

Veröffentlicht: 19.08.2022 von Georg Hensch


Wir müssen in QM was machen! Das Audit steht vor der Tür! – Sprach der Chef und guckte den Abteilungsleiter an. Der den Einkäufer. Der seinen Azubi – und der das Internet.

So ähnlich muss es gehen, wenn wir die Analytics-Daten eines neuen Kunden ansehen. Die meisten der Website-Besucher sind zwischen 18 und 24 Jahre. Auf einer QM-Seite! Und dann mit einer Absprungrate von 99%. Weil die Seite QM bis in die Tiefe erklärt. Aber eben nichts beinhaltet, mit dem der Azubi zu seinem Chef gehen kann. Ewig langer Text. Sehr gut für den Google-Algorithmus – sehr schlecht für Azubis.

Es erstaunt mich immer wieder, wie sehr die Kollegen an Google, aber nicht an den Kunden denken. Klar ist es ein Dilemma! Doch Google-freundlich heißt doch nicht zwingend User-freundlich. Und ja – werde ich in Google nicht gefunden und entsprechend gerankt, kann ich mir eine tolle Seite sparen.

Insoweit sehen wir uns in letzter Zeit, wo mehr Druck auf die Pipeline kommt immer mehr Mittelständlern gegenüber, welche komplett verwundert sind, wer eigentlich auf Ihre Seite geht und was die wirklich suchen. Und vor allen Dingen massive Probleme damit haben, diesen Zielgruppen gerecht argumentieren zu wollen, weil es ihnen zu banal erscheint.

Und auf der anderen Seite lese ich dann in der Fachpresse, oder auch hier in LinkedIn die tollsten Abhandlungen zu Customer-Nurturing und Customer-Centricity und bin verwundert darüber, was die Theorie offensichtlich hergibt und wie der Stand der Dinge vielfach ist.



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