Schicht für Schicht zur Erkenntnis

Veröffentlicht: 16.11.2022 von Georg Hensch


Viele verstehen ja nicht, warum ich mich bei Kernsanierungen (es ist meine Fünfte!) erst einmal langsam Schicht für Schicht bis zum Grund durchgrabe. Nun – ein altes Haus will verstanden sein. So erschließt sich mir, was die Erbauer früher gemacht haben. In unserem Fall ist das Haus 1971 gebaut worden. Er Gemeindearbeiter, Sie Hausfrau und Mutter mit drei Kindern. Es war damals üblich, vieles alleine, oder in Nachbarschaftsleistung zu machen. Das bedeutet, dass man auch schon mal auf das Ergebnis seltsamer Entscheidungen trifft. Als Beispiel: Damals war es nicht unbedingt üblich, dass Leitungen immer im 90 Grad-Winkel verlegt wurden. Egal, ob Strom oder Wasser. Wenn man also nur den dicken Hammer nimmt, dann kann man anschließend nur noch in den Trümmer versuchen zu verstehen, wie der damals drauf gekommen ist. Übrigens trifft das manchmal auch in Bezug auf statische Elemente zu. Und so filetiere ich nunmehr zunächst die Fliesen von Wänden und Böden und nähere mich dann der Betondecke, indem ich Stück für Stück den Estrich raus nehme. Das wird noch etwas dauern.



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