Braucht es mehr Kartoffelbrei?

Veröffentlicht: 08.11.2022 von Georg Hensch


Eine Freundin von uns sagte mir vor kurzem, sie könne Ihren erwachsenen Kindern nicht mehr raten, eigene Kinder zu bekommen wegen des Klimawandels. Konsterniert fragte ich also meine eigenen Kinder, wie sie das sehen als betroffene Generation. Die Antwort: „Papa, die Menschheit verscheißt es!“ Ich war ein wenig geschockt!

Beginnen jetzt unsere Kinder bereits damit, nicht mehr an die Menschheit zu glauben? Gut – wie denn auch, wenn man sich die aktuelle Konferenz anschaut. Schon im Vorfeld wurde darauf hingewiesen, dass man wohl keinen Konsens hinbekommt.

Verwundert es uns bei solch radikaler Wirkungslosigkeit der Geopolitik wirklich, dass eine Gruppierung, welche sich fälschlicher Weise „Letzte Generation“ nennt, aber das genaue Gegenteil erreichen möchte, die andere Seite der Medaille dieses Versagens darstellt, indem sie auf die Barrikaden geht? Und hier geht es nicht darum, ob ich es gerechtfertigt finde, dass Anschläge auf unsere Kunst oder die Straßennutzung stattfinden. Oder die mutmaßliche Verhinderung der Rettung einer verletzten Person, was maximal tragisch ist.

Doch wer ächtet in der gleichen Weise das offensichtlich wirkungslose Gelabere der Konferenzteilnehmer, welches in letzter Konsequenz tausende Leben kosten wird. Und nicht erst in 30 Jahren, sondern beim nächsten Sturm, bei der nächsten Flut, bei der nächsten Dürre! „Kann mer nix machen – is halt so“ ist da vielleicht die falsche Vorgehensweise.

Damit verhalten wir uns nicht intelligenter, als ein Borkenkäfer: Solange noch ne Fichte da ist, weiter so! Doch die Frage im Kommentar war nach einer Alternative: Zunächst einmal gilt es sich als eine Ursachen klar zu machen, dass wir schlicht zu viele sind! Was man Menschen nicht vorwerfen kann, deren Altersversorgung möglichst viele Kinder ist. Das wiederum wird sich nicht ändern, weil uns unsere eigene Effektivität auf die Füße fällt.

Immer weniger Menschen stellen immer mehr und immer günstigere Ware her, für deren Erwerb die Verbraucher mit etwas anderem, als produktive Arbeit Geld verdienen müssen. Das alles mit dem Ziel, immer mehr Kapital auf wenige Menschen zu konzentrieren. Wenn die Geopolitik diesem Aspekt mit Namen „Wirtschaft“– dem hauptsächlich die Gier zugrunde liegt und dessen Erhalt einem beherzten Vorgehen im Wege steht begegnen würde, dann wäre das zumindest ein Anfang, der an die Wurzel ging. Nur dummerweise sind Politiker auch nur Menschen. Und so wird sich das Thema Überbevölkerung wohl mittels Verteilungskämpfen und Klimatoten selbst erledigen. Allerdings wohl unkontrolliert. Weil sich die sogenannten „Mächtigen“ an Ihren Stühlen, Posten und Honoraren festgeklebt haben. Nur der Kartoffelbrei fehlt.



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