Wer wird da wohl einziehen?

Veröffentlicht: 28.01.2022 von Georg Hensch


„Wer wird da wohl einziehen?“ fragte meine Frau, als wir erfuhren, dass unsere Nachbarin gestorben war. Eine sympathische Frau mit dem Herz auf der Zunge und sehr eigenem Humor. Aber wir mochten die klare Art. „Das liegt an uns“ antwortete ich eher aus einem Reflex. Wir haben uns in den letzten Monaten immer mal wieder darüber unterhalten, dass wir uns für das Alter etwas kleineres suchen wollen. Fußläufig zu den wichtigsten Geschäften und Einrichtungen. Also keins von den Häusern draußen mit 3000 qm Grundstück, sondern in guter Lage. Aber die Preise, welche zur Zeit aufgerufen wurden, machten uns die Entscheidung eigentlich immer leicht: „Auf keinen Fall!“ Und nun spülte uns das Schicksal – oder vielmehr die Evolution, nach deren Gesetzmäßigkeit wir alle zu sterben haben das Nachbarhaus vor die Füße. Noch war es zu früh, darüber zu spekulieren, ob das Haus verkauft wird, oder nicht. Aber wir brachten uns schon einmal  in Stellung. Schließlich bin ich ein Freund von Kairos, dem Gott des rechten Moments. Und den gilt es zu nutzen.

Also zunächst einmal den Kaufwunsch bei den Erben platziert. Und dann tief in sich gehen und nochmal genau prüfen, ob man das wirklich will. Die Vorteile lagen auf der Hand: Wir müssen nicht wirklich wegziehen. Wenn man mal 25 Jahre an einem Platz wohnt, dann bin zumindest ich zu Hause. Man kennt die Nachbarn. Die, welche voll in Ordnung sind, die, welche einen nicht interessieren und die, welchen man nur ein Kopfschütteln entgegenbringt. Aber – man kennt sich und hat sich eingeschliffen. Von daher war die grundsätzliche Entscheidung im Kern gefallen. Auch, wenn meine Frau noch Vorbehalten gegenüber dem Zustand des Hauses hatte und meinem Wunsch, die Renovierung höchstselbst umzusetzen. Letztendlich haben sich die Verkäufer und wir auf einen Preis einigen können. Und so soll diese Blogkategorie den Fortgang der Gestaltung unseres Altersruhesitz sein.

Wer wird da wohl einziehen – wir!



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